Aganöl ...

mehr als nur irgendein weiteres Öl

Dieser Artikel ist nur ein kleiner Auszug aus dem Beitrag von Sami Ben Hassine auf seiner Seite 

arganoel360.info

 

Leckere Rezepte mit Aganöl

 

Kochen mit Arganöl ist ein Geheimtipp hierzulande. Die Amazigh, die Berber in Marokko, kennen jedoch viele raffinierte Rezepte mit Arganöl, denn sie nutzen es seit Jahrhunderten. Eine Reihe bekannter Fernsehköche machten es als Speiseöl inzwischen auch hierzulande bekannt und liefern immer wieder neue kulinarische Anregungen. Daher ist es inzwischen nicht nur wegen seines Nährwertes und seiner bioaktiven Inhaltsstoffe, sondern auch wegen seiner kulinarischen Eigenschaften bekannt. Seine Zusammensetzung ist für ein Pflanzenöl einzigartig und daher auch für die vegane Küche interessant.

 

Wie riecht Arganöl und welchen Geschmack hat es?

 

Als Speiseöl wird ausschließlich die Variante verwendet, die aus gerösteten Argankernen gewonnen wird. Sie ist mild und erinnert im Geruch an Walnüsse oder Mandeln, angenehm und nicht zu intensiv – ein Kennzeichen für reines, hochwertiges Arganöl. Für Süßspeisen eignet es sich ebenso gut wie für scharf-deftige Rezepte.

Übrigens: Wer sagt "Arganöl riecht komisch", der hat entweder minderwertige Ware im Schrank oder das Speiseöl war zu lange einer falschen Lagerung ausgesetzt. Dann ist es nicht mehr zum Verzehr geeignet.

 

Kann man mit Arganöl braten?

 

Arganöl hat sogar einen recht hohen Rauchpunkt – er liegt bei etwa 250 °C und ist daher zum Braten geeignet. Allerdings ist es fast zu schade dafür und verliert bei längerem Erhitzen seine wertvollen bioaktiven Inhaltsstoffe. Daher sollte es lieber für Rohkost und Salate verwendet oder den Speisen kurz vor dem Essen zur Verfeinerung beigegeben werden. In vielen Rezepten werden zum Anbraten oder Andünsten andere Speiseöle empfohlen, das Arganöl wird erst am Ende zur Geschmacksverfeinerung beigefügt.

  

Kann man Arganöl pur trinken?

 

Natürlich lässt sich das gesunde Arganöl wie ein Nahrungsergänzungsmittel oral einnehmen (ca. 3 Teelöffel am Tag). Für die Marokkaner ist Arganöl aber auch ein alltägliches Lebensmittel – sie tunken ihr Brot zum Essen in das pure Öl. Viele, die es ausprobiert haben, sind von diesem einfachen, aber würzigen Snack begeistert. Wer von den wertvollen Inhaltsstoffen profitieren möchte, kann das Öl ess- oder teelöffelweise als Nahrungsergänzung einnehmen.

 

Hintergrundwissen:

Arganöl und seine einzigartige Zusammensetzung:

Gesunde Inhaltsstoffe

Arganöl mag im Vergleich zu anderen Pflanzenölen auf den ersten Blick nicht bei allen gesunden Inhaltsstoffen den ersten Platz belegen, was die reine Menge betrifft. In seiner Zusammensetzung unterscheidet es sich dennoch von anderen Pflanzenölen. Aus der besonderen Kombination aller Inhaltsstoffe ergeben sich die besondere Wirkung und die Erfolge bei der Gesundheitsvorsorge und der Schönheitspflege.

 

Die Inhaltsstoffe des Arganöls, knapp aufgelistet, je 100 mg sind:

 

  • gesättigte Fettsäuren: 19 g
  • einfach ungesättigte Fettsäuren: 46 g
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 35 g
  • Ölsäuren: 48 mg
  • Linolsäuren: 32 mg
  • Vitamin E oder Tocopherole: 74 mg
  • Provitamin A und E: 63 mg 

Diese Werte unterliegen kleinen Schwankungen, denn Arganöl ist ein Naturprodukt und nicht standardisiert.

 

Omega-Fettsäuren

Mensch und Tier sind nicht in der Lage, bestimmte Fettsäuren selbst zu bilden – diese sind jedoch für diverse Vorgänge im Organismus notwendig, daher essentiell und nur über die Nahrung zu bekommen: Langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren dieser Kategorie sind die Linolsäure (Omega-6) und die Alpha-Linolensäure (Omega-3). Arganöl enthält etwa 34% Linolsäure und 0,3% Linolensäure. Dazu kommt noch Ölsäure (Oleinsäure) mit einem Anteil von 45,4%, eine einfach ungesättigte Fettsäure.

 

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind wichtige „Betriebsstoffe“ im Organismus: Die gesunde Gehirn-Entwicklung bei Kindern ist ebenso von einer ausreichenden Versorgung abhängig wie ein funktionsfähiger Stoffwechsel oder ein belastbares Herz-Kreislauf-System. Über den Gehirnstoffwechsel sorgen sie für gute Laune und Ausgeglichenheit und gelten daher unter anderem als vorbeugend gegen Depressionen.

 

Auch für die Fruchtbarkeit und die gesunde embryonale Entwicklung sind beispielsweise Omega-3-Fettsäuren notwendig. Eine ausreichende Versorgung mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren während einer Schwangerschaft ist daher obligatorisch.

 

Phytosterole

Hier unterscheidet sich das Arganöl von anderen pflanzlichen Ölen: Es enthält unter anderem die Phytosterole D-7-Schottenol (48%) und Alpha-Spinasterol (37%). Isoliert für sich sind diese beiden Substanzen auf vielfältige Weise wirksam. Im Labor wurde beispielsweise nachgewiesen, dass sie die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen und damit einen Anstieg der Blutfettwerte verhindern können – gut für die Gesunderhaltung der Gefäße und des Herz-Kreislaufsystems.

 

Alpha-Spinasterol scheint unter anderem auch in der Lage zu sein, den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen und die Sensibilität für Insulin zu verbessern.

 

Beide Substanzen beeinflussen offenbar auf verschiedenste Weise den Zellstoffwechsel, indem sie auf die mitochondriale DNA einwirken. Über ihre möglicherweise antikarzerogenen Eigenschaften wird noch geforscht.

 

Tocopherole

Bei Tokopherolen (E-Vitamine) handelt es sich um eine ganze Gruppe von wirksamen Substanzen, die aber, anders als etwa Vitamin D, überwiegend über die Nahrung zugeführt werden müssen. Die fettlöslichen Vitamine schützen die Zellmembranen – oder vielmehr die für ihren Aufbau wichtigen ungesättigten Fettsäuren vor Freien Radikalen. Ihre zellschützenden Eigenschaften erstrecken sich auch auf den Sonnenschutz, und den Schutz vor allerlei Umweltgiften und schädlichen Abfallprodukten des Organismus selbst. Den Löwenanteil beim Arganöl bestreiten die Alpha-Tocopherole mit 69%. Diese erweisen sich in der vorliegenden Zusammensetzung mit den anderen Inhaltsstoffen als besonders bioaktiv.

 

Triterpenalkohole

Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe mit einer beachtlichen Anzahl an besonderen Eigenschaften. Triterpen-Alkohole erwiesen sich im Labor als antimikrobiell (wirksam gegen Bakterien, Viren, Pilze), waren in der Lage, Entzündungsprozesse zu stoppen oder Tumorzellen am Wachstum zu hindern. Arganöl enthält allein sieben verschiedene dieser Triterpene.

 

Ferulasäure

Dieser sekundäre Pflanzenstoff findet sich in vielen Frucht- und Gemüsearten sowie in Röstkaffee oder in den Randschichten diverser Getreidesorten. Weizenkleie beispielsweies enthält allein fünf Milligramm je Gramm davon. Ferulasäure ist hochgradig antioxidativ und ist sogar in der Lage, UV-Licht zu absorbieren. Daher wird sie sogar als Bestandteil von Sonnenschutzmitteln verwendet. Arganöl enthält reichlich Ferulasäure.

Weitere sekundäre Pflanzenstoffe oder Polyphenole im Arganöl sind

Vanilla- und Syringa-Säure, Tyrosol, Quercetin und Myricetin. Diese tragen unter anderem zum besonderen Aroma und Geschmack des Öls bei. Polyphenole sind ursprünglich dazu gedacht, Pflanzen auf unterschiedliche Art gegen Schädlinge zu schützen. Im Labor werden ständig neue Eigenschaften der Polyphenole entdeckt – viele von ihnen haben eine entzündungshemmende, zellschützende und antioxidative Wirkung.

 

Squalen

Diese Substanz wurde erstmals in Haifischleberöl entdeckt. Die Herkunft erklärt den Namen, nach „Squalus“, der lateinischen Bezeichnung für Hai. Mittlerweile ist bekannt, dass jedes Lebewesen diesen Stoff bildet. Zahlreiche Pflanzen- und vor allem Fischöle enthalten sie. Squalen ist ein machtvolles, antioxidativ wirkendes Mittel und als einziges seiner Art kann es im Organismus sogar in hoher Konzentration gespeichert werden. Erfahrungen aus der Heilkunde legen nahe, dass es bei atopischen (erblich bedingten) Ekzemen oder auch gegen Krebstumore helfen kann. Noch sind nicht alle Eigenschaften des Squalens enträtselt – insbesondere in der Kombination mit anderen bioaktiven Substanzen in Naturprodukten wie dem Arganöl.

 

Die Herkunft des Arganöls:

Der Arganbaum aus Marokko

 

Die Herkunft des Arganöls ist weltweit einzigartig. Der Arganbaum gedeiht, wie erwähnt, nur in einer Region – in Südwest-Marokko nahe und um Agadir. Botanisch gesehen ist der Arganbaum ein Relikt aus einem vergangenen Erdzeitalter, dem Tertiär. Aus vielerlei Gründen ist er wertvoll und seine Erhaltung und Pflege geradezu eine Staatsangelegenheit. Sein aktuelles Verbreitungsgebiet, die „Arganeraie“, ist etwa 8000 Quadratkilometer groß. Seit 1998 hat die UNESCO es als Biospärenreservat ausgewiesen. So wird sichergestellt, dass die Bäume in traditioneller Weise genutzt werden können und etwa zwei Millionen Menschen ein Auskommen sichern, dabei aber unter größtmöglichem Schutz stehen.

Seine wirtschaftliche und ökologische Bedeutung für die Amazigh, die hier ansässigen Berber, ist immens. Das Arganöl stellen sie zunächst für den Eigenbedarf her, denn es ist traditioneller Bestandteil ihrer Küche und als häusliche „Medizin“, dient aber auch der Hautpflege. Die gezielte Produktion für den Verkauf bringt bares Geld und ist ein wirtschaftliches Standbein für eine ansonsten sehr arme Bevölkerung.

Die Ausbeute bei der Gewinnung des Arganöls ist im Verhältnis zum Aufwand höchst spärlich: Etwa 30 Kilogramm Früchte – die nicht vom Baum geerntet, sondern reif abfallen und gesammelt werden – enthalten genug Kerne, um einen knappen Liter des kostbaren Öls herzustellen.